Dominikanische Küche & Esskultur
von Peri Terbuyken

Dominikanisches BuffetDie folgenden Beschreibungen der dominikanischen Kochkunst beziehen sich auf unsere Besuche bei den AJD-Stipendiaten und auf unsere Beobachtungen bei unseren Gastgebern.  Diese leben, wie aus dieser Seite und dem Film von 2010 hervorgeht, in allereinfachsten Verhältnissen. D.h., es gibt oft kein fließendes Wasser, die Küche mit einer kleinen Feuerstelle befindet sich hinter dem Haus.

Das gilt gleichermaßen für Slumgebiete, in denen der Hof gerade einmal 4qm groß ist, für einfache Wohngegenden am Stadtrand und für Hütten auf dem Land. Dennoch wird auf Hygiene und Sauberkeit geachtet, und die uns dargebotenen Speisen haben keinerlei Verstimmungen hervorgerufen – anders als auf dem Weg zum Flughafen in einer Touristen-Pizzeria.

Die dominikanische „Mittelschicht“ macht nur einen kleinen Anteil der Gesamtbevölkerung aus. Dieser Mittelschicht gehören inzwischen vereinzelt Familien an, die vor 20 Jahren vom AJD gefördert wurden und von denen mindestens ein Ehepartner eine feste Anstellung hat (die Arbeitslosigkeit ist offiziell in den vergangenen Jahren zwar auf „nur“ ca. 15% zurückgegangen, aber auch nur ca. 15% der Dominikaner haben einen dauerhaften und regelmäßig bezahlten Job).
Bananenstaude mit Blüte
Diese Familien können sich mittlerweile ein Haus mit einem festen Dach über dem Kopf leisten; in diesen Haushalten findet man auch durchaus Küchen, die ansatzweise mit dem zu tun haben, was wir in Mitteleuropa darunter verstehen.


Kochbananen („plátanos“)

sind ein wichtiger Bestandteil der dominikanischen Küche. Sie werden gekocht, gebraten, frittiert oder püriert – pur, als Beilage oder in Eintöpfen – von morgens bis abends gegessen. Für die ärmeren Bevölkerungsteile stellen sie eine bezahlbare und nahrhafte Speise dar. Aber auch die wohlhabenderen Schichten verzichten nur ungern auf ihre plátanos. In Deutschland sind Kochbananen in Afrika-Läden und einigen Supermärkten erhältlich.


Der dominikanische Tag beginnt oft mit

Mangú,

dem Kochbananen-Püree, das traditionell zum Frühstück gegessen wird. Das Gericht wurde wahrscheinlich von afrikanischen Sklaven ins Land gebracht. Seinen heutigen Name erhielt es jedoch erst Jahrhunderte später: Der Volksetymologie zufolge riefen amerikanische Soldaten, die im Jahr 1916 bei ihrem Einmarsch in die Dominikanische Republik das Püree vorgesetzt bekamen: „Man, goooood!“ („Mensch, schmeckt das lecker!“), woraus die Dominikaner „Mangú“ ableiteten.