Bericht zur Projektreise 2026

14 Teilnehmer:innen:

Marietta und Friedhelm Kierspel, Marianne und Peter Weber, Eckhard Backhausen, Thomas Liebe, Carmen von Dewitz und Martin Lichius Christian (18), Irene Herschbach, Gert und Anneliese Wieland, Sol Vera Braun, Berthold Wolff.

Eingerahmt von Hotelaufenthalten gab es für uns ein vielseitiges Programm von 9 Tagen. Ausgehend von La Vega wurden verschiedene Ziele besucht (Santiago, St. Francisco d.M., Jarabacoa, Bonao). Neben kulturellen Angeboten und Besichtigungen (Kaffee, Schokolade, Zigarren) und Besuchen einiger Familien und Ehemaliger gab es folgende Themen und Erfahrungen.

Versteckte Armut

  • Die Stadtbilder ändern sich: die Armenviertel sind verwandelt, Armut ist nicht mehr einfach an der Qualität des Hauses zu erkennen.
  • „Armut schwindet nicht, sondern wird unsichtbar“ (Bischof Alfredo)
  • „Kriterien für eine Unterstützung sind nicht mehr offensichtlich erkennbar“ (P. Cualo)
  • Hilfsprojekte wenden sich ab und zunehmend sichtbar prekäreren Ländern (z.B. Afrika) zu (Adveniat, Kolping).
  • Eine Reaktion des AJD wird erforderlich, wenn Spendenmotivation abnimmt.

UCATECI (kath. Uni in La Vega)

Berthold Wolff und der Co-Rektor der UCATEKI / Besuch beim Bischof Fredo

  • Seit Juni 25 ist P. Cualo Leiter der Einrichtung.
  • Viele Bereiche wurden vorher vernachlässigt: u.a. Kommunikation mit Studenten, Investitionen, politische Kontakte, Förderprogramme, Werbung/Marketing,
  • Momentan ca. 5000 Studenten, von denen mehr als 55% irgendwie gefördert werden (Rosa in der Leitung haben wir als dafür Beauftragte kennengelernt): die Uni steht für ein soziales Miteinander.
  • P. Cualo fördert den Einfluss der Studenten und teilt Leitung und Verantwortung der Universität auf mehrere Personen. Für die Belange der Studierenden gibt es eine „Zuhör-Kommission“.

Die 3 Gründer des AJD: Gregor Klingenhäger – Berthold Wolff – Padre Francesco Jiminez (genannt „Cualo“)

  • Das Gästehaus der UCATECI in Guägui (oberhalb von La Vega) war jahrelang vermietet, aber zuletzt nicht adäquat genutzt. Deshalb wurde die Vermietung beendet und das Haus war aktuell die Unterkunft der Reisegruppe. Demnächst soll es ausführlich renoviert werden, um es geeignet nutzen zu können.
  • Eine Schule in Bonao (CEB) mit Schülern von 3-17 Jahren, die bis vor ca. 10 Jahren in privater Hand war (eine Firma zur Goldgewinnung in Bonao) und in englisch und französisch geführt wird, wurde der UCATECI angeboten. Sie gilt aufgrund der hohen Gebühren (200 Dollar/Monat) als Eliteschule. Unter bestimmten Bedingungen hat P. Cualo die Chance angenommen und sieht folgende Vorteile:
    • Finanzielle Unabhängigkeit der Schule und deren Unterhaltung und Pflege
    • Freie Nutzung der Räume am Nachmittag durch UCATECI, wodurch für Studenten in Bonao der Weg nach La Vega eingespart wird.
    • Standort der Uni in Bonao mit guten Kontakten zur  finanziell gutgestellten und internationalen Gesellschaft durch die Familien der Schüler:innen.
    • Interesse der Regierung an zuverlässiger Trägerschaft.

Die Tafeln wurden aus Brühl gespendet!

Familientag als zentraler Programmpunkt unseres Besuchs

Um die Anzahl übersichtlich zu halten, wurden nur die Familien der ca. 40 geförderten Studenten eingeladen. Der Tag wurde gestaltet mit einer gemischten Verteilung (deutsch und dominikanisch) an den Tischen und gemeinsamen Aufgaben. Eine offene Vorstellung beider Gruppen eröffnete das Treffen nach der Messfeier.

Ein Teil der Schulungsräume

Begleitung durch den AJD

Die Anzahl derer vom AJD, die die Gruppe der Deutschen beim Programm begleiten, wurde deutlich reduziert. Aufgrund finanzieller Einsparungen sind immer nur 2-3 Personen dabei gewesen.

Das medizinische Zentrum in La Vega

Gegründet von Personen des AJD (Alida, Carmen, Mariella) haben sich mehrere Fachärzte angeschlossen, um Patienten für eine geringe Gebühr zu behandeln. Das Haus ist angemietet und die Ärzte erhalten auch für ihre Leistungen geringe Prämien. Alles gemeinsam finanziert sich nach Auskunft von Alida durch die Patientengebühren.

Die Kathedrale in La Vega (Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis)

Bewahrung der Schöpfung und Müllproblem in der Dominikanischen Republik

Auffällig sind nach wie vor die starke Müllverschmutzung von Stadt und Natur. Auf einen nötigen Bewusstseinswandel, der im Kleinen seinen Anfang nehmen muss, wurde mehrfach hingewiesen. P. Cualo erzählte von einem Projekt in Kolumbien, wo mit Plastikmüll durch Recycling eine Art Holz gewonnen wird. Vielleicht ergibt sich mehr Initiative durch den AJD.

Frauenquote

Der Anteil von Frauen bei den Studenten ist deutlich auf 65% gestiegen.

Ausbildung im Handwerk

Die UCATECI fördert zukünftig in Kooperation mit Firnem praktische handwerkliche Ausbildungswege.

Handarbeit in einer Zigarrenfabrik


Fotos: Friedhelm und Maritta Kierspel